Der Aufbau eines Newsletter-Verteilers ist eine der Herausforderungen im E-Mail-Marketing. Gerade zu Beginn der eigenen E-Mail-Marketing-Aktivitäten tun sich damit viele Unternehmen schwer. Denn der Aufbau eines Newsletter-Verteilers ist harte Arbeit und nicht von heute auf morgen zu erreichen. Doch der Aufwand lohnt sich: Ein eigener Verteiler bietet großes Potential für größere Reichweite und mehr Umsatz. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Möglichkeiten es gibt, Newsletter-Abonnenten zu gewinnen.

Warum sich der Aufbau eines eigenen Newsletter-Verteilers lohnt

Insgesamt gibt es viele Gründe, die für E-Mail-Marketing und den Aufbau eines eigenen Verteilers sprechen.

Der Aufbau eines eigenen Newsletter-Verteilers lohnt sich vor allem deshalb, weil die so geschaffene Reichweite Ihre eigene ist. Auf diese Weise sind Sie nicht abhängig von Plattform-Betreibern, wie das beispielsweise bei Social Media der Fall ist. Das bedeutet, Sie selbst bestimmen, was mit den Daten passiert und wie oft die Empfänger angeschrieben werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Empfänger aktiv Ihren Newsletter bestellt haben. Ein gewisses Grundinteresse ist also vorhanden. Das bedeutet auch, dass die Adressen qualitativ hochwertig sind, weil der Empfänger Ihren Newsletter erhalten möchte.

Ein anderer bedeutender Vorteil ist, dass Sie in direktem Kontakt mit Ihren Empfängern stehen und Ihren Newsletter nach deren Wünschen und Bedürfnissen zusammenstellen können. Dadurch ist es einfacher, auf direktes Kundenfeedback zu reagieren.

Warum nicht einfach Newsletter-Adressen kaufen?

Gerade von Neulingen auf dem Gebiet des Verteileraufbaus hören wir immer wieder die Frage, wo man E-Mail-Adressen kaufen könne. Um es gleich vorweg zu nehmen: Tun Sie das nicht! Denn gegen einen Adresskauf sprechen mehrere Gründe.

Einerseits ist es, zumindest in Deutschland, in vielen (um nicht zu sagen fast allen) Fällen schlicht und ergreifend nicht erlaubt. Dies gilt insbesondere für den Kauf von Adressdaten für elektronische Werbung– und damit auch für E-Mail-Marketing.

Neben dem Kauf solcher Adressdaten ist auch deren Verwendung nicht zulässig. Denn für rechtskonformes E-Mail-Marketing ist eine ausdrückliche bzw. mutmaßliche Einwilligung der Empfänger nötig, die im Zweifelsfall auch nachgewiesen werden muss.

Die Herkunft entsprechender Datensätze ist häufig mehr als fragwürdig, auch wenn Angebote wie „100.000 E-Mail-Adressen für 300 Euro“ für den ein oder anderen verlockend klingen mögen. In der Praxis handelt es sich dabei meist um unrechtmäßig gesammelte Daten, die für Spam-Zwecke verkauft werden.

Dass die Qualität gekaufter Datensätze meistens sehr minderwertig ist, verwundert dabei nicht. Zudem werden entsprechende E-Mail-Adressen häufig mehrfach verkauft, sodass die Empfänger von verschiedenen Absendern unerwünschte Werbung erhalten. Dies führt im schlimmsten Fall dazu, dass entsprechende E-Mail-Adressen irgendwann von den Empfängern verlassen oder stillgelegt werden.

Was muss ich beim Aufbau eines Newsletter-Verteilers beachten?

Wichtig ist zunächst einmal festzulegen, wer die richtige Zielgruppe ist, die der Verteiler enthalten soll. Es bringt Ihrem Unternehmen in der Regel wenig bis nichts, wenn Sie zwar viele Adressen in Ihrer Verteilerliste haben, davon aber nur ein Bruchteil als Zielgruppe für Ihre Produkte relevant ist.

Ein weiterer wichtiger Tipp ist, so viele Customer Touchpoints wie möglich zu nutzen, um Interessenten und Kunden auf Ihren Newsletter aufmerksam zu machen. Gerade durch die Kombination unterschiedlicher Möglichkeiten zur Newsletter-Anmeldung erreichen Sie eine große Anzahl an potentiellen Newsletter-Empfängern.

Egal wie Sie Adressen für Ihren Newsletter generieren ­– an die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen Sie sich immer halten. Das bedeutet einerseits, die Nachweisbarkeit der Newsletter-Anmeldung über das Double-Opt-In-Verfahren und andererseits die Möglichkeit der Empfänger, sich jederzeit vom Newsletter abmelden zu können.

Wie kann ich einen Newsletter-Verteiler aufbauen?

Was also tun, um einen eigenen Verteiler aufzubauen? Dabei gibt es drei verschiedene Möglichkeiten: Entweder Sie generieren die Newsletter-Anmeldungen selbst über Ihre eigenen Kanäle, über Ihre Partner oder Sie mieten die entsprechende Reichweite.

Adressgewinnung: Verteiler aufbauen

Adressgewinnung: Verteiler aufbauen

Adressen selbst sammeln

Der Königsweg heißt in den meisten Fällen: E-Mail-Adressen selbst sammeln. Das erfordert zwar einiges an Arbeit und auch etwas Geduld, die selbst gesammelten Adressen sind dabei jedoch meistens die mit der besten Qualität. Langfristig lohnt sich diese Herangehensweise deshalb am meisten.

Online Newsletter-Adressen sammeln

Am einfachsten lassen sich Newsletter-Abonnenten online gewinnen. Denn sind die entsprechenden Prozesse erst einmal eingerichtet, erfolgt die Erhebung, Speicherung und Verarbeitung der entsprechenden Datensätze meist vollautomatisch.

Der Vorteil: In vielen Fällen werden die für den Newsletter benötigten Daten bereits für andere Zwecke abgefragt. Dadurch ist der Mehraufwand und damit die Hemmschwelle der Nutzer für die Newsletter-Anmeldung geringer.

Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung, um Newsletter-Adressen online zu sammeln:

  • Webseiten: Die Newsletter-Anmeldung über die eigene Webseite ist sicher die wichtigste Möglichkeit, um Adressen online zu generieren. Auch Microsites sollten über ein entsprechendes Anmeldeformular verfügen.
  • Online-Shops: Bei Bestellungen in Online-Shops wird die E-Mail-Adresse meistens sowieso abgefragt. Eine zusätzliche Checkbox für die Newsletter-Anmeldung bedeutet minimalen Aufwand für den Nutzer und bringt viele zusätzliche Anmeldungen. Auch auf der Danke-Seite, die auf den Checkout-Prozess folgt, kann eine Anmeldemöglichkeit sinnvoll sein.
  • Communities, Blogs, Fachforen: Auch bei anderen Portalen wird die E-Mail-Adresse bei der Registrierung und beim Login abgefragt, sodass die Anmeldung zum Newsletter für die Empfänger kaum einen Mehraufwand bedeutet. Unterschiedliche Newsletter für die einzelnen Rubriken haben eine höhere Relevanz für die Leser.
  • Webinare und Events: Auch Webinare und Events eignen sich hervorragend, um Newsletter-Abonnenten zu generieren. Die Anmeldung zum Newsletter kann entweder im Anmeldeprozess oder im Nachgang der Veranstaltung angeboten werden.
  • Gewinnspiele: Selbst veranstaltete Gewinnspiele lassen den eigenen E-Mail-Verteiler schnell wachsen. Für qualitativ hochwertige Empfänger-Adressen sollte die Newsletter-Anmeldung dabei jedoch optional sein.
  • Suchmaschinen: Suchmaschinen wie Google bieten inzwischen Möglichkeiten, Newsletter-Anmeldungen über ihre Oberfläche zu generieren. Die Anzeige der Anmeldemöglichkeit erfolgt dabei auf Provisionsbasis und kann den Preis pro Kontakt recht schnell nach oben treiben.
  • Social Media: Auch verschiedene Social Media Plattformen bieten die Möglichkeit, auf der Unternehmensseite eine Newsletter-Anmeldung einzubauen. Auch dabei fallen mitunter nicht unerhebliche Kosten für die Adressgenerierung an.

Offline Newsletter Adressen sammeln

Nicht nur online, sondern auch offline lassen sich neue Newsletter-Anmeldungen generieren. Denn der persönliche Kontakt bietet beste Voraussetzungen, Ihr Gegenüber von den Vorteilen des Newsletters zu überzeugen.

Kleiner Tipp: Durch den Medienbruch zwischen offline und online ist die Motivation der Interessenten zur Newsletter-Anmeldung naturgemäß geringer als wenn Sie es ausschließlich online versuchen. Eine Incentivierung, wie etwa ein Gutschein für die Newsletter-Anmeldung, kann hier Wunder wirken.

  • Print-Materialien: Ein Hinweis auf Ihren Druckerzeugnissen auf die Anmeldung zum Newsletter und dessen Vorteile macht den Newsletter bekannt und sorgt dadurch für mehr Anmeldungen.
  • Kundengespräche: Im direkten Kundengespräch kann die Zustimmung zum Erhalt des Newsletters eingeholt werden. Dabei empfiehlt sich eine Bestätigung über das Double-Opt-In-Verfahren.
  • Veranstaltungen: Auch auf Veranstaltungen können neue Newsletter-Empfänger gewonnen werden: entweder offline auf Papier oder online über einen Tablet-Computer. Die Anmeldung sollte hier ebenfalls per Double-Opt-In bestätigt werden.

Adressen über Partner generieren

Die Adressgenerierung über Partner ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie schnell und günstig eine große Reichweite aufbauen möchten. Dabei muss jedoch immer das Verhältnis zwischen Verteilergröße und Adressqualität im Auge behalten werden.

Co-Sponsoring

Beim Co-Sponsoring veranstalten mehrere Unternehmen gemeinsam ein Gewinnspiel. Die auf diese Weise generierten Newsletter-Empfänger werden anschließend an die beteiligten Unternehmen verteilt. Dadurch lassen sich relativ schnell viele neue Newsletter-Abonnenten gewinnen.

Co-Registrierung

Bei der Co-Registrierung wird auf einer Fremdseite nach Abschluss eines Bestell- oder Registrierungsprozesses dem Empfänger die Möglichkeit gegeben, sich für den Newsletter eines anderen Unternehmens anzumelden. Auch auf diese Weise können innerhalb kurzer Zeit viele neue Empfänger gewonnen werden.

Adressen mieten

Bei der sogenannten Adressmiete greift man auf den bereits bestehenden Verteiler eines anderen Newsletters zurück. Es ist dabei jedoch nicht so, dass der Listeigner die E-Mail-Adressen seiner Empfänger herausgibt und der Kunde diese selbst anschreibt. Vielmehr kann ein Werbeplatz im Newsletter des Listeigners gebucht werden. Das Spektrum reicht dabei von einfachen Text-Anzeigen bis hin zu Standalone-Mailings, bei denen in der Regel lediglich Header und Footer des Newsletters vom Listeigner stammen.

Adressmiete ist vor allem immer dann interessant, wenn Sie schnell viel Reichweite benötigen. Der Preis hängt dabei meist von der Größe und der Relevanz der Zielgruppe ab. Der Vorteil ist, dass Sie auch Empfänger erreichen können, die Sie mit Ihrem eigenen Newsletter wahrscheinlich nie erreichen würden.

Fazit

Der Aufbau eines Newsletter-Verteilers bedeutet Aufwand, ist aber unerlässlich für nachhaltig erfolgreiches E-Mail-Marketing. Es gibt diverse Möglichkeiten, einen eigenen Newsletter-Verteiler aufzubauen. Im Idealfall werden mehrere davon kombiniert. Wichtig ist dabei immer, die Anmeldung den potentiellen Newsletter-Empfängern so einfach wie möglich zu machen und sie dort abzuholen, wo sie gerade sind.